Unique is a vienna based magazine, written by a bunch of pretty great people. I love it for its intelligent articles, their very lefty approach and their open minded access to, well, everything. I got the opportunity to write an article last year for them as well, and I enjoyed to have the personal freedom to write what I want, without having somebody interfering.

They interviewed me for their latest issue and they gave me the permission to publish the interview here as well. It’s German, but I don’t have the time to translate it now, but some of you will understand ;-)

Thanks for the nice interview, Eva!

Das Internet hat einen neuen Lieblingsclub
Auf dancendancen.com legt DJ Len aktuelle Releases elektronischer Tanzmusik auf.
Interview: Eva Grigori

Eva: Thomas, ein privat geführtes Musikblog über elektronische Tanzmusik mit Gratisdownloads und ohne Sponsoring. Wie ist das in Zeiten totaler Verwertung und des Kampfs der Musikindustrie um Verkaufszahlen zu verstehen?

Thomas: Zum einen sind Blogs heute das, was früher Plattenläden waren. Der_die Händler_in deines Vertrauens funktioniert als Filter, der Musik selektiert und dann den DJ*s anbietet. Als Blogger bin ich in der Position des Plattenverkäufers, der seinen Kund_innen einen bestimmten Fokus auf Musik anbietet. In meinem Fall ist es aktuellste elektronische Tanzmusik, die ich selber auch auflegen würde.
Gratismusik im Internet ist mittlerweile weniger zwiespältig für Musiker_innen als das in den Medien gerne transportiert wird. Von Verkäufen auf kommerziellen Portalen wie iTunes, Beatport und Musicload lässt sich sowieso kaum leben und gegen illegale Portale ist kein Kraut gewachsen. Es zeigt sich aber, dass Musikblogs ein gutes Promotion-Tool sind. Das Geld für die Musiker_innen kommt dann über Auftritte und im Producingbereich über Remixe rein.
Für mich selbst ist die viele unbezahlte Arbeit auch nützlich: Als DJs komme ich oft früher als andere an neue Musik und als Veranstalter lerne ich viele interessante Künstler_innen kennen, die ich dann auf unsere Partys einladen kann.

Eva: Wie kommst du zu deiner Musik? Es gibt ja durchaus einige Konkurrenz. Ich habe aber auf deinem Blog ein paar sehr exklusive Releases gesehen…

Thomas: Ich verbringe täglich oft mehrere Stunden auf Portalen wie SoundCloud. Man muss sehr schnell sein, die Künstler_innen anschreiben, manchmal regelrechte Überredungsarbeit leisten. Unbekanntere Acts geben in der Regel gerne Musik her und auch größere lassen sich leicht überzeugen: Man steht einfach deutlich besser da, auf einem Musikblog mit einem guten Review, Links und Informationen über die Künstler_innen veröffentlich zu werden als „nur“ in irgendeinem illegalen Mp3-Verzeichnis wie zippyshare etc. aufzutauchen. Exklusive Releases sind eine tolle Sache, um die Künstler_innen an mein Portal zu binden, und mich von den tausenden anderen Musikblogs der Welt abzuheben.

Eva: dancendancen.com ist ja noch ein recht junges Projekt. Wie soll es 2010 weiter gehen?

Thomas: Im nächsten Monat gibt es erst einmal weitere, völlig exklusive Releases bei mir, und ich werde mich neben Electro House dem neuen, härteren Dubstep widmen, mit dem Producer wie Nero oder Reso derzeit das Genre umkrempeln.
In Überlegung ist auch, Gastblogger_innen einzuladen, wenn der musikalische Geschmack zusammenpasst.